März 21, 2026

Lonato: Vincent Stiffel debütiert bei der 37. Trofeo Andrea Margutti

Manche nennen es den ultimativen Härtetest, andere einfach nur „das Haifischbecken“. Wenn die internationale Kart-Elite zur Trofeo Andrea Margutti nach Lonato lädt, hängen die Trauben traditionell hoch. Mittendrin: Unser Sohn Vincent, der erst seit Oktober 2025 im Rennkart sitzt und am vergangenen Wochenende sein allererstes Rennen überhaupt bestritt.

Ein Kaltstart in der Weltelite

Mit 90 Startern war die Klasse OK-N (Senior) das am stärksten besetzte Feld des Wochenendes. Da Vincent unter der Woche noch die Schulbank drückte und wir (Anna & Ronny) arbeiteten, reisten wir erst am Mittwochabend an. Das bedeutete: Kein freies Training am Mittwoch und ein direkter Sprung ins kalte Wasser am Donnerstagmorgen um 08:48 Uhr.

Unterstützt von Teamchef und BMW-Werksfahrer Max Hesse sowie unserem Mechaniker Mario, analysierte Vincent jede Kurve. Das Setup war anfangs noch nicht perfekt, und der Kampf mit gebrauchten Reifen forderte seinen Tribut.

Freitag der 13. – Wenn alles zusammenkommt

Der Freitag machte seinem Namen leider alle Ehre. Im Zeittraining verlor Vincent aufgrund einer geschlossenen Kühlerjalousie Motorleistung – die Hitze im Motor stieg, die Platzierung im Qualifying sank. Startplatz 30 für den ersten Heat war die Folge.

Die Nerven lagen blank. Beim rollenden Start entschied die Rennleitung auf eine zweite Formationsrunde. In der Hitze des Augenblicks passierte es: Ein Bremsfehler, ein Dreher – Aus noch vor dem eigentlichen Start. Ein DNS (Did Not Start) bedeutet im Kartsport die maximale Strafpunktzahl. Ein herber Schlag, den auch Teamkollegin Charlotte Tille in ihrem Heat verkraften musste.

Kämpferherz und Lernkurve

Aufgeben? Kam nicht infrage. Am Samstag zeigte Vincent, was in ihm steckt. In den Heats 2 und 3 kämpfte er sich jeweils um sechs Plätze nach vorne und sah die Zielflagge auf den Plätzen 30 und 29. Die Erleichterung war im gesamten Team spürbar – er hatte den Rhythmus gefunden.

Der finale Heat am späten Nachmittag wurde zur Regenschlacht. Vincent kämpfte sich erneut bis auf P29 vor, bis ihn eine Kollision in der fünften Runde unsanft stoppte. Das Rennen war für ihn beendet, die Erfahrung jedoch unbezahlbar.

Unsere Takeaways aus Italien

Vincent beendete das Wochenende auf Gesamtrang 89 von 90. Das klingt auf dem Papier nach viel Arbeit, aber die nackten Zahlen erzählen nicht die ganze Geschichte:

  • Persönliche Bestzeit: Vincent fuhr seine schnellsten Rundenzeiten bisher.

  • Physische Fitness: Das „Haifischbecken“ erfordert mehr Kraft, als man denkt – hier liegt der Fokus für das kommende Training.

  • Resilienz: Nach Rückschlägen wieder einzusteigen, ist die wichtigste Lektion im Rennsport.

Fazit: Nach nur sechs Monaten im Kart direkt in Lonato gegen Welt- und Europameister anzutreten, ist eine respektable Leistung. Wir sind stolz auf die Entwicklung und blicken nun voller Vorfreude auf den Saisonauftakt der ADAC Kart Masters in Mülsen (25.-26. April).

Wir kämpfen weiter, wir trainieren weiter, wir lernen weiter!

Bis bald,

Vincent, Anna & Ronny

Stiffel Racing